Flower-Power mit Frauen-Power

Die Themen Frauen und Wirtschaft sowie Frauen im Wirtschaftsleben sind für die Frauen-Union Acher-Renchtal ein wichtiges Anliegen.

Besuche von Betrieben im Renchtal stehen daher regelmäßig auf der Agenda der Frauen-Union. Wo überall bringen sich Frauen tagtäglich beruflich ein?

Wo sind sie in leitender und verantwortungsvoller Funktion tätig?

So beschloss die Frauen-Union Acher-Renchtal dem Oppenauer Gärtnereibetrieb, der von Astrid Huber gemanagt wird, einen Besuch abzustatten.

Die Gärtnerei ist ein Familienbetrieb und wurde 1946 von Astrid Hubers Vater, dem Gärtnermeister Otto Huber, gegründet. Seine Tochter Astrid trat nach ihrer Ausbildung in die Betriebsnachfolge ein. Die Meisterprüfung absolvierte sie 1992.

Mittlerweile hat der Betrieb eine Fläche von 1,5 ha und eine beachtliche Gesamtkulturfläche von 8000 qm.

Die Floristmeisterin informierte die Frauen darüber, dass sie derzeit 10 Mitarbeiter in Vollzeit, 10 Mitarbeiter in Teilzeit sowie drei Auszubildende beschäftige.

Der Betrieb bietet die Fachrichtung Zierpflanzenproduktion sowie die  Friedhofsgärtnerei und Gartenpflege.

Aufgrund der in der Gärtnerei sehr unterschiedlich anfallenden und saisonal bedingten Arbeiten, könnten die Mitarbeiter auch oft flexibel arbeiten, wobei auch persönliche Wünsche zur Arbeitszeit berücksichtigt werden könnten.

Die Hauptsaison beginnt im Frühjahr und schließt im Frühsommer mit den  Beet- und Balkonpflanzenkulturen ab. Zu diesen Saisonspitzen gebe es schon auch Überstunden, die aber in ruhigeren Zeiten wieder abgebaut werden könnten.

Des Weiteren konnten die CDU-Frauen bei ihrer Besichtigung eine spezielle automatische Topfmaschine bestaunen, mit welcher am Ende die Blumentöpfe auch etikettiert werden. Mischungen von Blumenerde auf der Basis individueller Rezepturen, die ein gesundes und stabiles Wachstum der Pflanzen zum Ziel haben, werden von der Gärtnerei selbst hergestellt.

Die Gärtnerei Huber ist Mitglied einer Pflanzenschutzberatungsgemeinschaft mit deren Hilfe werde möglichst umweltschonend, unter Einsatz von Nützlingen kultiviert.

Was Frau Huber vom Mindestlohn halte, wollten die Besucherinnen wissen. Astrid Huber, die sich auch ehrenamtlich als Gemeinderätin für Oppenau engagiert, wünscht sich von der Politik eine Entbürokratisierung des Verfahrens. Die mit der neuen Regelung verbundene Dokumentation sei eine zusätzliche zeitliche Belastung für die Mitarbeiter und Unternehmer.

Ein weiterer Diskussionspunkt war die Energieversorgung. Stolz ist Frau Huber auf ihre Hackschnitzelanlage, die seit 2006 in ihrer Gärtnerei steht und per Computersteuerung die unterschiedlich temperierten Gewächshäuser mit Wärme versorgt. Die Investition von 400 000 Euro war für den Betrieb zukunftssichernd, merkte sie an. Auch von der Fernwärme verspricht sich Frau Huber viel; so hofft sie, dass die Fernwärmeversorgung für Oppenau ein Erfolgsmodell werden wird. Ihrem Betrieb würde diese eine zusätzliche Sicherheit gewähren, damit mögliche Spitzenlasten in Zukunft mittels Fernwärme abgesichert werden könnten.

Am Ende der Betriebsführung ließen sich die CDU-Frauen von einer bunten Blumenvielfalt von Anemonen, Primeln, Stiefmütterchen und Hyazinthen auf den Frühling einstimmen und konnten abschließend feststellen, dass Frauen-Power auch ohne feste Quote funktionieren kann.

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