Besuch auf Obsthof Müller in Stadelhofen

Bundestagsabgeordnete Kordula Kovac zu Gast bei der Frauen Union Acher-Renchtal

Kürzlich war die Bundestagsabgeordnete Kordula Kovac (CDU) zu Gast bei der Frauen Union  Acher-Renchtal. Die Vorsitzende Birgit Wild-Peter hatte zu einem Informationsabend auf den Obsthof von Klaus Müller in Oberkirch-Stadelhofen eingeladen. Nach einem Grußwort von Birgit Wild-Peter und Johannes Rothenberger, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Oberkirch, stellte Klaus Müller seinen landwirtschaftlichen Betrieb vor. Er schilderte die Herausforderungen, vor denen sein Betrieb angesichts des Mindestlohns für Erntehelfer, des Preis- und Qualitätsdrucks durch den Handel sowie der extremen Wetterlagen bedingt durch den Klimawandel stehe.

Anschließend referierte Kovac, die als Mitglied des Bundestagsausschusses für Ernährung und Landwirtschaft auch zuständig für den Obst- und Weinanbau ist, über ihre politische Arbeit. Einen Schwerpunkt der Ausführungen nahm die Bekämpfung der Kirschessigfliege (KEF) ein, für die sich Kovac seit ihrem Einzug in den Bundestag 2014 kontinuierlich einsetzt. "Die Fliege ist wie eine Seuche, die wir bekämpfen müssen", so Kovac. Das Insekt führt zu breitflächigen Ernteausfällen, insbesondere beim roten Obst und Trauben.

Allein vom Bundeshaushalt seien nun in den Jahren 2015 und 2016 jeweils 430.000 Euro zur Bekämpfung der KEF bereitgestellt worden. Zudem sei Deutschland im Vorgehen gegen die KEF nun weltweit wissenschaftlich und politisch vernetzt. Kovac verwies zudem auf ein kürzlich genehmigtes, staatlich gefördertes Modellvorhaben zur Einnetzung von Obstbäumen in Baden-Württemberg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen und einen genehmigten Feldversuch zur Untersuchung der Verträglichkeit des Pflanzenschutzmittels combi-protec. Kovac betonte: "Ich bin sehr stolz darauf, dass wir konkrete Maßnahmen ergriffen haben, um den Befall der Obstkulturen durch die KEF dauerhaft zu bekämpfen."

Des Weiteren sprach sich die Bundestagsabgeordnete für  eine Stärkung der Vermarktung regionaler Produkte aus. Nur so könne gewährleistet werden, dass Nahrungsmittel konsumiert würden, die den hohen deutschen Standards für Lebensmittel entsprächen.

Bei ausländischen Importen gälten nicht selten andere Maßstäbe. Der Einsatz von Pestiziden im Ausland sei meistens weitaus höher. Auch betrachtete Kovac den Einfluss des Handels auf die Produzenten kritisch. Es sei der Handel, der den Produzenten zum Beispiel vorschreibe, Obst anstatt in umweltfreundlicheren und hygienischeren Holzschliffschalen in Plastikschalen auf den Markt zu bringen. "Dadurch geht nicht nur ein Markenzeichen badischer Obstproduzenten verloren, sondern auch aus umweltverträglicher Sicht ist dieser Druck des Handels zu hinterfragen."

Daher habe sie mittlerweile Kontakt zum Handel aufgenommen, um sich z. B. über Verpackungsvorschriften genauer zu informieren

Auf dem Foto von links nach rechts:
Klaus Müller, Kordula Kovac, Birgit Wild-Peter, Ingrid Ehle, Helga Wössner, Johannes Rothenberger, Sabine Denz

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