Weltfrauentag

Bundesvorsitzende der Frauenunion Deutschland Annette Widmann-Mauz als Gastreferentin in Oberkirch

Über die gesellschaftliche Stellung der Frauen in Deutschland und in anderen Ländern der Welt sprach anlässlich des Weltfrauentags die parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister der Gesundheit, Annette Widmann-Mauz, im Moschtkeller in Oberkirch-Wolfhag. Weltweit herrschten krasse Unterschiede bei der Entwicklung von Frauenrechten. In manchen Ländern würden Frauen wie selbstverständlich versklavt, vergewaltigt oder an den Genitalien verstümmelt. In Saudi-Arabien durften erstmals letztes Jahr Frauen an Wahlen teilnehmen. In Deutschland sei dies seit 1918 möglich. Nun geht es indes darum, die Gleichstellung der Frauen in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens zu verwirklichen. Annette Widmann-Mauz, Bundesvorsitzende der Frauen Union Deutschland, forderte für Frauen ein eigenständiges Entwicklungsziel ein. Die Einbindung der Frauen in den Arbeitsmarkt sei wegen der demographischen Entwicklung nötig und für Frauen aus finanziellen Gründen ebenso wichtig. Bei der Integration von Flüchtlingen müsse man besonderen Wert auf die Frauen legen, damit sie einerseits selbst die deutsche Sprache erlernen und auf dem Arbeitsmarkt Chancen finden und andererseits den Kindern möglichst auch Deutsch beibringen könnten. Integration funktioniere hauptsächlich über die Mütter und deren Kinder.

Die Arbeitsagentur müsste hier besonders die Frauen in den Blick nehmen. Keine Frau dürfe "außen vor gelassen werden". Widmann-Mauz befürwortete die Reform des Sexualstrafrechts. So hatte man bisher kaum Möglichkeiten das Grabschen strafrechtlich zu verfolgen.

Frauen müssten des Weiteren in die Mitte der Gesellschaft geholt werden. Zum Beispiel im Bereich Technologie: Frauen seien in Unternehmen hauptsächlich in der Anwendung beschäftigt, nur wenige Frauen seien in der Programmierung tätig. Die Veränderungen der Lebensbedingungen erfordere ebenso die Veränderung des Lebensstils. So dürften Frauen nicht nur Nutzerinnen am Ende der Kette sein, sondern sie müssten die Zukunft mitdefinieren. Beispielsweise müssten Mädchen, so ein Wortbeitrag einer Zuhörerin, schon in der Schule bei "Jugend forscht" abgeholt werden. Auch bei der Existenzgründung müssten mehr Frauen zum Zuge kommen. Der Vorsitzende der CDU Oberkirch Johannes Rothenberger forderte, dass in der Familienpolitik eine stärkere Beachtung der Kinder nötig wäre. Hier wurden verschiedene Ansätze diskutiert. Die parlamentarische Staatssekretärin präferierte hier einer Förderung über das Steuersystem, da damit eine größere Gerechtigkeit und eine direkte Entlastung erzielt werden könne. Ingrid Ehle, die Vorsitzende der Senioren Union, unterstrich die Bedeutung der Generationengerechtigkeit.

Die Vorsitzenden der Frauen Union im Ortenaukreis Helga Wössner und Birgit Wild-Peter, Vorsitzende der Frauen Union Acher-Renchtal, sprachen die Situation der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum an. Hier gebe es Verbesserungsbedarf.

Frauen-Power am Weltfrauentag (v.l.): Birgit Wild-Peter (Frauen Union Acher-Renchtal), Ingrid Ehle (Senioren Union Ortenau), Annette Widmann-Mauz (Bundesvorsitzende der Frauen Union Deutschland), Helga Wössner (Frauen Union Ortenau), Johannes Rothenberger (CDU Oberkirch).

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