CDU-Frauen zu Besuch bei Traumina

Wie sind mittelständische Firmen im Renchtal aufgestellt? Was wird produziert?

Wie bewerten Unternehmer den Standort Deutschland und die aktuelle Konjunktur ?

Wie sehen die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigen in diesen Firmen aus?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich – neben vielen anderen Themen - die Frauen-Union Acher-Renchtal sowie die Frauen-Union Ortenau.

Kontakt zu den Unternehmen vor Ort zu haben und diese Kontakte auch zu pflegen, ist für die Politik der CDU und somit auch für die Frauenunion ein wichtiger Bestandteil ihres Parteiprogrammes.

Kürzlich besichtigte eine Gruppe von Frauen zusammen mit ihrer Vorsitzenden Birgit Wild-Peter und der Kreisvorsitzenden der FU Helga Wössner die Bettwaren-Firma Traumina in Renchen. Auf den ersten Blick unscheinbar im Industriegebiet gelegen, entpuppt sich die Firma bei genauerem Hinsehen als ein sehr innovatives und expandierendes Unternehmen. Die Frauen wurden von dem Unternehmerehepaar Melanie Weber-Veil und ihrem Ehemann Andreas Veil sehr freundlich empfangen. Der Bürgermeister der Stadt Renchen, Bernd Siefermann, der ebenfalls zur Besichtigung eingeladen war, sprach ein Grußwort, in welchem er hervorhob, dass die Stadt Renchen sehr stolz auf diesen Betrieb sei. Traumina sei sehr heimatverbunden und sorge für sichere Arbeitsplätze. Er lobte das Engagement des Unternehmerehepaares, das in den letzten Jahren viel in ihren Betrieb investiert habe. Als weitere Gäste konnte die Gruppe den CDU Landtagsabgeordneten Willi Stächele sowie den CDU Ortsvorsitzenden von Renchen Werner Bär mit Gattin begrüßen.

In seinem Einführungsvortrag gab der Geschäftsführer Andrea Veil einen Überblick über die Firmengeschichte:
Im Jahre 1921 gegründet, war das erste Standbein des handwerklichen Familienbetriebes Weber der Hanfgroßhandel sowie die Herstellung von Seilerwaren.

In den 50er Jahren wurde die Produktion aus wirtschaftlichen Gründen auf die Herstellung von Karostepp- und Daunendecken umgestellt. Raumausstatter in der Region wurden mit den Artikeln beliefert. Ab 1959 wurde Traumina als gesetzlich geschützte Marke etabliert. - Dass das Unternehmen die Zeichen der Zeit rechtzeitig erkannt habe, sei heute deutlich zu sehen und zu spüren. Die Firma sei auf Expansionskurs.

Traumina - so Andreas Veil - hat 65 Mitarbeiter in Renchen sowie 40 Mitarbeiter an einem weiteren Standort in Ungarn, woher unter anderem Gänsedaunen geliefert werden. Baumwolle, Seide, Kaschmir, Schurwolle stammten u.a. aus Italien, Afrika und Asien. In Burkina Faso nehme die Firma auch an einem sozialen Projekt teil. Kriterien wie faire Löhne, eine umweltfreundliche Qualität und die Verarbeitung hochwertiger, langlebiger Materialien im Bettwarenbereich seien für das Unternehmen von hoher Priorität. Die Firma erfülle die Qualitätsstandards von fair trade und Textiles Vertrauen sowie den Global Organic Textile Standard. Entsprechende Zertifizierungen lägen vor. Wie Herr Veil weiter ausführte, beliefere der Betrieb 500 Betttwarengeschäfte. Man habe Showrooms in Moskau und Shanghai. Im Ausland sei vor allem das Gütesiegel "Made in Germany" von großer Bedeutung.

Vor allem Asiaten würden diesem Markenzeichen vertrauen. - Derzeit würden pro Tag ca. 800 Decken hergestellt werden. Man arbeite in einem Zweischichtbetrieb; eine vorausschauende und langfristige Planung sei für das Unternehmen daher sehr wichtig, zumal die Palette an Bettwaren recht groß sei. Das Kontingent an Bettdecken für den Winter, Sommer sowie die Übergangszeit und die unterschiedlichen Wärmebedürfnisse der Kunden müssten früh genug produziert werden.

40 % des Umsatzes würde über den Export gemacht werden. Der restliche Anteil werde im deutschen Einzelhandel, d.h. in Fachgeschäften, vertrieben In diesem Zusammenhang erwähnte Herr Veil auch noch kurz den Poststreik; dieser habe dem Unternehmen sehr zu schaffen gemacht, da nicht termingerecht eingekauft und geliefert werden konnte; Warensendungen seien einfach liegen geblieben.

Herr Veil und seine Frau stellten auch besondere, spezielle Füllungen für Bettdecken vor. Neben kühlender Leinen- und Bambusbettwäsche sei die Eierdaune ein sehr ausgefallenes und luxuriöses Produkt. Das Kilo Daunen liege bei ca. dreitausend Euro. Wie die Firmenbesucher feststellen konnten, erzeugte die Eierdaune sofort Wärme in den Händen, quasi wie eine Heizung. Wer kann sich schon so eine Bettdecke im Wert von 13 000 Euro leisten?, überlegten die Frauen in der Gesprächsrunde.

In der Regel seien das sehr betuchte chinesische oder thailändische Geschäftsleute, erklärte Herr Veil. Solche Bettdecken seien für deutsche Verhältnisse wirkliche Luxusartikel. Nach dem Vortrag schloss sich ein Rundgang durch die Produktion an:
Saubere Produktionshallen, moderne Maschinen sowie zufriedene Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen rundeten das Bild von einem gut aufgestellen Familienbetrieb ab.

Nach der Führung schloss sich noch eine politische "Nachlese" an:
Der Landtagsabgeordnete Willi Stächele bemängelte, dass die rot-grüne Landesregierung wenig Kontakte zu den mittelständischen Unternehmen pflege, sondern sich vielmehr auf ideologisch geprägte Projekte wie den Ausbau von Gemeinschaftsschulen und Inklusion fokussiere. - Auch Andreas Veil und seine Frau äußerten ihre Sorgen über eine übertrieben propagierte Akademisierung der Gesellschaft. - Ihre Firma benötige z.B. Facharbeiter. So seien Industrienäherinnen kaum zu finden. Hier habe man noch einen erheblichen Nachholbedarf. Ein ordentlicher Hauptschulabschluss, gute praktische Fähigkeiten und Zuverlässigkeit würden z. B. für dieses Berufsbild ausreichen. Von den Mitarbeitern im Büro erwarte man hingegen neben den üblichen kaufmännischen Qualifikationen noch gute Englischkenntnisse, da der Betrieb auch global ausgerichtet sei.

Alles in allem waren die Damen der Frauen-Union sowie die anwesenden Politiker sehr von der Renchener Bettwarenmanufaktur angetan. Wer hätte gedacht, was sich so alles hinter der Marke Traumina verbirgt.

Die Teilnehmer der Besichtigung von links nach rechts: Birgit Wild-Peter, Waltraud Huber, Heike Benz, Lore Frenk, Bärbel Fuchs, Lea-Marie Veil, Werner Bär, Hildegunde Bär, Melanie Weber-Veil, Ingrid Ehle, Ursula Baßler, Andreas Veil, Helga Wössner, Willi Stächele

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